Sound-meissel
- Medien

Deutsche Exporte fallen ins Bodenlose

Die Coronakrise hat zahlreiche Opfer gefordert und vor allem die Wirtschaft hat mit etlichen Niederschlägen zu kämpfen. Das macht sich besonders bei den deutschen Exporten bemerkbar, denn aktuell sind Produkte „Made in Germany“ im Ausland deutlich weniger gefragt als noch vor einigen Jahren. Das führt dazu, dass sich die Ausfuhren drastisch verringert haben.

Im April ist der deutsche Export dramatisch eingebrochen, was der Coronakrise zu verschulden ist. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Warenausfuhr um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro ab. Das teilt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden in den Nachrichten mit. Es handelt sich hierbei um keinen kleinen Rückgang, sondern es ist der größte Einbruch seit Anbeginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950.  Aber auch im März sah es nicht wirklich besser aus, denn auch hier verringerten sich die Exporte um 24,0 Prozent.

Es gibt viele Gründe für den Rückgang der Exporte. Den Anfang machte die Schließung der Grenzen im europäischen Binnenmarkt. Außerdem haben auch die weltweite Verhängung von Reise- und Handelsbeschränkungen sowie die enorme Störung in den Bereichen See- und Luftfracht dazu beigetragen. Das führte nicht nur zu einem Rückgang der Exporte, sondern auch die Importe verringerten sich um 21,6 Prozent auf 72,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahresmonat. Es ist natürlich klar, dass die Exporte je nach Handelspartner unterschiedlich stark beeinflusst wurden. Zum Beispiel gingen die Ausfuhren nach China im April 2020 um 12,6 Prozent und somit 7,2 Milliarden Euro zurück. Gewiss hat nicht nur Deutschland mit der Corona-Pandemie zu kämpfen, sondern vor allem Frankreich hat es mit einem Minus von 48,3 Prozent hart getroffen. Auch die Exporte aus Italien nahmen um 40,1 Prozent ab. Die Vereinigten Staaten stecken mit 35,8 Prozent verringerten Exporten auch tief in der Krise.

Allerdings darf sich nicht nur der Export eines Monats angesehen werden, sondern es kommt auf den Rückgang über das ganze Jahr an. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet damit, dass der Rückgang bis zum Ende des Jahres bei mindestens 15 Prozent liegt. So sieht es auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Der Welthandel wird hingegen um 13 bis 32 Prozent zurückgehen, prognostiziert die Welthandelsorganisation. Schon 2019 gab es in diesem Hinblick einen Rückgang.